Lange war nicht klar, ob die diesjährige Präsidentenkonferenz überhaupt physisch stattfinden konnte. Der Zentralvorstand sah sich gezwungen, das Programm umzustellen und auf einen Tag zusammenzustreichen. Gleichwohl drohte die kurzfristige Absage. So weit kam es nicht. Die Gesundheitsbehörden im Kanton Luzern folgten den Empfehlungen des BAG und erlaubten öffentliche Versammlungen mit 50 Personen. So fanden am Freitag, dem 13. November 2020, 39 Präsidentinnen und Präsidenten kantonaler Sektionen und Fachgesellschaften den Weg nach Luzern. Sie wurden für ihr Erscheinen mit einem intensiven und abwechslungsreichen Programm belohnt.

Mitgliederkategorien anpassen

Der Zentralvorstand verbreitet Aufbruchsstimmung: Er will den Berufsverband auf mehreren Ebenen für die Zukunft rüsten. Angefangen bei den Mitgliederkategorien. SSO-Präsident Jean-Philippe Haesler zeigte die Gründe auf, warum die SSO ihre Mitgliederkategorien anpassen will. Bislang stützt sich die SSO auf den Begriff «fachliche Verantwortung» gemäss Medizinalberufegesetz (MedBG). Doch die kantonalen Bewilligungsbehörden, so die gemachten Erfahrungen, interpretieren den Begriff unterschiedlich. Die Folge: Die kantonale Berufsausübungsbewilligung (BAB) ist kein präzises Abgrenzungskriterium mehr.
Dass die Mitgliederkategorien überholt sind, zeigt sich auch an anderer Stelle: beim Wandel der zahnmedizinischen Landschaft der Schweiz. Nach der Wahrnehmung der SSO treten jüngere Zahnärzte ihre erste Stelle vermehrt in einer Kette oder in einem Zentrum an. Mit den aktuellen Mitgliedschaftskategorien und angesichts der Situation in den meisten dieser Ketten müssten sie ausgeschlossen werden. Damit würde man motivierte junge Zahnmedizinerinnen und Zahnmediziner davon abhalten, der SSO beizutreten. Finanziell muss die Einführung revidierter Mitgliederkategorien für die SSO kostenneutral sein. Die Anwesenden diskutierten die Vorschläge angeregt. Bis zur nächsten Delegiertenversammlung will der Zentralvorstand genaue, rechtlich zweifelsfreie Formulierungen ausarbeiten.

250'000 Personen lasen die Social-Media- Beiträge der SSO

Die Coronapandemie forderte die SSO – organisatorisch und kommunikativ. Nachdem der Bundesrat die ausserordentliche Lage ausgerufen hatte, war die Aufregung gross. «Innerhalb von Stunden erreichten uns unzählige Mailanfragen besorgter Verbandsmitglieder», schilderte Olivier Marmy, Leiter Departement Information, die Lage im Frühjahr. In kurzer Zeit richtete die SSO einen Krisenstab ein, intensivierte den Austausch mit den Kantonszahnärzten und dem BAG und stellte die Verbandskommunikation um. In enger Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Kantonszahnärztinnen und Kantonszahnärzte der Schweiz (VKZS) erarbeitete die SSO ein Schutzkonzept für Zahnarztpraxen. Fast wöchentlich informierte sie die Basis via elektronischen Newsletter über die Auswirkungen behördlicher Auflagen und Bestimmungen. Und weil Zeitschriften wegen der Hygienevorschriften aus den  Wartezimmern verbannt wurden, hat die SSO die Publikation von Zeitschriften eingestellt und dafür ihre Social Media- Kanäle ausgebaut – mit beachtlichem Erfolg. Seit April haben auf Facebook über 250'000 Personen bezahlte Kurzbeiträge der SSO gelesen.
Schon vor der Präsidentenkonferenz führte der Zentralvorstand ein eigenes Debriefing durch und liess seine Arbeit durch die gesundheitspolitische Kommission der SSO (GPK) bewerten, wie Marco Tackenberg, Leiter Presse- und Informationsdienst, ausführte. Grundsätzlich, so der allgemeine Tenor, meisterte die SSO die Umstellung in den Krisenmodus gut. Auch die Anwesenden im Saal lobten die Kommunikationsarbeit während der Pandemie. Sie zeigten aber auch auf, wo künftig Verbesserungen möglich sind.

Wofür steht die SSO?

Ein Verband wie die SSO ist für die Mitglieder attraktiv, wenn «SSO» eine starke Marke ist. Was starke Marken ausmachen, erfuhren die Anwesenden von Dr. Falko Eichen. Er ist Experte für strategisches Marketing und hat den Zentralvorstand in den vergangenen Monaten beraten. Unter seiner Anleitung wurde ein neuer Markenauftritt entwickelt: die SSO als verlässlicher Partner, der die Zahnärztin, den Zahnarzt auf dem Karriereweg begleitet – vom Studium über die Assistenzzeit und Praxiseröffnung bis hin zur Pensionierung bzw. Praxisaufgabe. Erste Ansätze, wie der Markenauftritt visuell umgesetzt wird, zeigten Lukas Rüegg und Tobias Keller von der Branding-Agentur Source.
Source wird in den kommenden Monaten das künftige Corporate Design der SSO erarbeiten und die technische Umsetzung der neuen SSO-Website begleiten. Von diesen Vorarbeiten sollen – ein zentrales Anliegen des Zentralvorstandes – die kantonalen Sektionen profitieren. Erfreut nahm der Zentralvorstand die zahlreichen positiven Voten aus dem Publikum entgegen. Die Realisierung des neuen Markenauftritts startete mit breiter Unterstützung.