Die universitären Zentren für Zahnmedizin tauchen in den Hochschulrankings regelmässig zusammen mit der Weltspitze auf. Auch dieses Jahr. Im QS World University Ranking belegt die Universität Bern den Platz 7 und ist damit zum fünften Mal in Folge unter den besten zehn. Die Universität Zürich folgt auf Platz 8. Auf Platz 30 erscheint die Universität Genf. Basel wurde nicht gerankt. Angeführt wird das diesjährige Ranking vom schwedischen Karolinska Institutet. Über 1000 Universitäten wurden in das Ranking einbezogen.

Das QS-Ranking wird vom britischen Unternehmen Quacquarelli Symonds produziert. Das Ranking ist in den USA besonders einflussreich und eine der zwei einflussreichsten Aufstellungen. Die zweite ist das Shanghai-Ranking, dessen diesjährige Version noch nicht publiziert ist.

Zitierungen zählen

In das QS-Ranking fliessen harte Faktoren ein wie die Zitierungshäufigkeit, aber auch weiche Faktoren wie die Reputation in der Industrie und in der akademischen Welt, die durch Fragebogen oder Interviews ermittelt werden. Neu spielte dieses Jahr ausserdem eine Rolle, wie viele internationale Forschungspartnerschaften eine Institution etabliert hat und wie divers diese über die Welt verteilt sind. Wie genau die verschiedenen Faktoren gewichtet werden, ist nicht vollständig einsehbar. Die Zitierungshäufigkeit, also der sogenannte H-Index, der die Zitierhäufigkeit von Personen abbildet, sowie die Erwähnungen pro Paper, werden in den medizinischen Fächern mit 25 Prozent gewichtet.

«Dass wir gut abschneiden, hängt wohl damit zusammen, dass an Schweizer Universitäten generell ein grosser Forschergeist herrscht», sagt Prof. Dr. Thomas Attin, Vorsteher des Zentrums für Zahnmedizin der Universität Zürich. «Der Forschergeist herrscht auf breiter Front. In dieser Breite ist er in anderen Ländern nur an wenigen Standorten vorhanden.» Der gute Rankingplatz sorge intern in der Universität, aber auch nach aussen für mehr Sichtbarkeit, was der Zentrum sicher zugute komme.

Keine Aussage über Qualität

Auch Prof. Dr. Hendrik Meyer-Lückel, geschäftsführender Direktor der zahnmedizinischen Kliniken der Universität Bern, hebt die symbolisch-politische Bedeutung des Rankings hervor. «Aber über die Forschungsqualität macht das Ranking keine Aussage», betont er. Generell stelle sich die Frage, wie valide die Ergebnisse der Hochschulrankings seien, da intransparent bleibe, wie genau diese Bewertungen zustande kämen.

Eine gute Platzierung sei aber erfreulich: «Sie gibt uns die Bestätigung, dass wir forschungsaktiv sind.» Dies sei auch ein Resultat davon, dass die Kantone die Universitäten gut ausstatteten. Von der Platzierung allein aber auf die Qualität zu schliessen, sei nicht sinnvoll, nur schon, weil die Grösse einer Institution eine Rolle spiele. Nicht jede Universität hat also die gleichen Chancen auf eine gute Platzierung.

Zunehmende Bedeutung

Universitätsrankings gewinnen seit den 1990er-Jahren zunehmend an Bedeutung. In Latein- und Nordamerika sowie in Asien spielen sie eine grosse Rolle bei der Wahl des Studienplatzes. Aber auch Doktoranden, Dozenten, Universitäts- und Fakultätsleiter sowie Politiker treffen Entscheidungen aufgrund von Rankings.