Jean-Philippe Haesler führte erstmals als SSO-Präsident durch die Präsidentenkonferenz, die im November in Schaffhausen stattfand. Er präsentierte selbst mehrere Projekte, die den Zentralvorstand in den letzten Monaten beschäftigt haben.
Olivier Marmy, Mitglied des SSO-Zentralvorstands, und Philip Cantin, Präsident der SSO-Sektion Fribourg, präsentierten ein Pilotprojekt im Kanton Fribourg. Die SSO will die zahnmedizinische Situation vulnerabler Bevölkerungsschichten verbessern, die aus Kostengründen auf den Zahnarztbesuch verzichten. Denn ausgerechnet diese Menschen wissen oft nicht Bescheid über ihre Ansprüche auf finanzielle Unterstützung und über die Wirkung von Prophylaxemassnahmen. Die Projektverantwortlichen suchen geeignete Wege, um diese Zielgruppe besser erreichen zu können. Kernpunkte des Projekts werden eine Website als Informationszentrum, eine Social-Media-Kampagne sowie Informationsbroschüren sein. Zudem sollen Jugendliche sowie alte und finanziell benachteiligte Menschen mit konkreten Massnahmen unterstützt werden. Das Pilotprojekt wird voraussichtlich zwei Jahre dauern und anschliessend ausgewertet.

Weiterbildungsausweise werden attraktiver

Marco Bertschinger, Präsident des Büros für zahnmedizinische Weiterbildung (BZW), und Brigitte Zimmerli, Mitglied des BZW, berichteten über die neusten Entwicklungen. Die privatrechtlichen SSO-Weiterbildungsausweise (WBA) haben aus Sicht des BZW grosses Potenzial. Sie werden in nächster Zeit zusammen mit den Fachgesellschaften weiterentwickelt. So kann ein WBA zum Beispiel künftig auch berufsbegleitend erworben werden. Allgemein sollen die WBA bekannter und vereinheitlicht werden. Bereits fortgeschritten ist die Überarbeitung des Reglements für den WBA in allgemeiner Zahnmedizin. Es wird im Rahmen einer Übergangsfrist bereits Anfang 2020 eingeführt. Informationen finden Interessierte unter www.bzw-sso.ch

Gefährliche Telezahnmedizin

Jan Danz, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Kieferorthopädie, bat um die Unterstützung der Sektionen in Bezug auf die zunehmenden Angebote für Telezahnmedizin. Dabei werden in sogenannten Mini Clinics oder übers Internet Apparaturen, Knirschschienen oder Prothesen angepriesen, häufig ohne dass ein Zahnarzt die Verantwortung übernimmt. Das kann Patienten schaden und entspricht nicht den Qualitätsleitlinien der SSO. Es ist Sache des Kantons, gegen solche Angebote vorzugehen, wenn sie rechtswidrig sind. Die Sektionen und Fachgesellschaften können den Prozess unterstützen, indem sie mit den Kantonszahnärzten und den Behörden zusammenarbeiten und ihre Expertise einbringen.

Weitere Themen der Präsidentenkonferenz

  • Christoph Senn, Mitglied des SSO-Zentralvorstands, wies auf das Projekt «Eine Mitgliedschaft, viele Vorteile» hin. Die Angebote für SSO-Mitglieder sind auf der SSO-Website im internen Bereich aufgeschaltet (Unsere SSO > Angebote für Mitglieder).
  • Lorenzo Reali, Mitglied des SSO-Zentralvorstands und dessen Vertreter in der Wirtschaftlichen Kommission der SSO, blickte auf das Jahr der Kommission zurück. Christian Bless, Präsident der Wirtschaftlichen Kommission der SSO, gab ein Update zum Tarif.
  • Das SSO-Reglement über die Weiterbildung der Dentalassistentin zur Prophylaxeassistentin wird aktualisiert. Die Revision des Grundreglements ist nahezu abgeschlossen. Noch erarbeitet werden die Zusatzmodule für den Einsatz der Prophylaxeassistentin in den Heimen und für die parodontale Betreuung in der Zahnarztpraxis. Christoph Ramseier, Vorstandsmitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Parodontologie, und Marcel Cuendet, Mitglied des SSO-Zentralvorstands, sprachen über den Stand der Arbeiten und beantworteten Fragen.
  • Marco Tackenberg, Leiter des SSO-Presse- und Informationsdienstes, präsentierte die Ergebnisse der SSO-Zahnärzteumfrage (vgl. Artikelserie in den SDJ-Ausgaben 10, 11 und 12/2019).
  • Christoph Senn informierte über den Workshop «Young Dentists», in dem die Bedürfnisse der kommenden Zahnärztegeneration ermittelt werden.
  • Die SSO hat 2017 beim Bundesamt für Gesundheit einen Antrag zur Übernahme einer zahnärztlichen Untersuchung durchs KVG bei Eintritt in ein Pflegeheim gestellt. Dieser wurde abgelehnt. Zusammen mit Curaviva, dem Verband der Institutionen für Menschen mit Unterstützungsbedarf, will die SSO nun anstreben, dass jedes Heim in der Schweiz einen Heimzahnarzt ernennt.