Drei Wissenschafter wurden dieses Jahr geehrt: Der US-Amerikaner William C. Campbell und der Japaner Satoshi Omura für ihre Entdeckung des Antiwurmmedikaments Avermectin und die Weiterentwicklung zum wirksameren Arzneimittel Ivermectin. Sie teilen sich den Preis mit der Chinesin Youyou Tu, die nach jahrelangen Bemühungen das pflanzliche Malariamittel Artemisinin isolieren konnte. Ivermectin wird seitdem erfolgreich gegen die tropischen Wurmkrankheiten Flussblindheit und Elephantiasis eingesetzt, sodass die Krankheiten bald ausgerottet sein könnten. Artemisinin gehört heute zu den Standardmedikamenten gegen Malaria, die häufigste tödliche Tropenkrankheit.
«Das beeindruckende an den drei Preisträgern ist, dass sie früh und klar erkannt haben, was für ein Potenzial in ihren Entdeckungen steckt», sagt Christoph Hatz, Chefarzt des Schweizerischen Tropeninstituts. «Ich wagte nicht, davon zu träumen, dass eine Forschung über Parasitenkrankheiten und dann auch solche, die vor allem die ärmsten Länder betreffen, geehrt würde.» Als Hatz von dem Preis erfuhr, habe er gedacht: «Wow, da hat das Nobelkomitee eine richtige und mutige Entscheidung getroffen.»

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