Besondere Zeiten erfordern besondere Massnahmen: Die Delegiertenversammlung 2020 der SSO fand wegen der Massnahmen gegen die Covid-19-Pandemie auf dem Korrespondenzweg statt. Die Delegierten erhielten vor der Versammlung nicht nur die üblichen Informationen zugestellt, sondern auch Unterlagen zur Stimmabgabe per Post. Der Bundesrat lässt ausnahmsweise zu, dass Gesellschaften, Genossenschaften und Vereine ihre Versammlungen auf schriftlichem oder elektronischem Weg durchführen können, erklärt Simon Gassmann, Generalsekretär der SSO. Der Zentralvorstand habe sich für diesen Weg entschieden, damit der ordentliche Betrieb der SSO sichergestellt ist. Traktanden wie die Annahme der Rechnung und des Budgets sowie die Entlastung und die Wahl des Zentralvorstands seien dazu unerlässlich. «Die Stimmberechtigten haben dieselben Rechte wie in anderen Jahren. Es werden die vertretenen Stimmen festgestellt, die Quoren eingehalten und ein Protokoll geführt. Die Auszählung der Stimmen sowie die Beschlussfassungen werden durch einen Notar überwacht und festgestellt.»

Christoph Epting ist neu Mitglied des SSO-Zentralvorstands

Eine spezielle Delegiertenversammlung war es auch für Christoph Epting. Der Basler wurde neu in den SSO-Zentralvorstand gewählt, wo er den zurücktretenden Marcel Cuendet ersetzt. Epting ist 55 Jahre alt und führt seit 1998 eine Privatpraxis in der Basler Innenstadt. Von 2001 bis 2008 war er im Vorstand der SSO- Sektion Basel, davon sieben Jahre als Präsident. Er ist Mitglied der Standeskommission und Präsident der Deutschsprachigen Informationskommission der SSO.
«Im Moment ist das Leben und Arbeiten ja für viele Menschen seltsam und für manche auch bedrückend», sagt Christoph Epting. «Insofern passt es, dass auch unsere DV ungewöhnlich war. Als langjähriger Delegierter konnte ich mir jedoch gut vorstellen, wie die normale Wahl abgelaufen wäre. Mein Start im Zentralvorstand fühlt sich in etwa an, wie wenn man bei einer TV-Serie die erste Folge verpasst und bei Folge zwei einsteigt.»
Epting wurde von seinem Vorgänger Marcel Cuendet bestens vorbereitet. «Im Departement Praxisteam, das ich von Marcel Cuendet übernehmen darf, steht in erster Linie der Abschluss der Totalrevision der Dentalassistentinnenlehre im Vordergrund – eine grosse Arbeit der letzten Jahre mit vielen fleissig daran Beteiligten. Ein Anliegen, das ich im Departement Praxisteam angehen möchte, ist, den Stellenwert der Ausbildung zur Dentalassistentin und den Beruf an sich aus Sicht der Berufssuchenden zu steigern. Künftig sollen sich immer mehr gut qualifizierte Schulabgängerinnen für diesen Einstig ins Berufsleben entscheiden.» Er freue sich, dass es nun endlich losgehe, schliesst Christoph Epting. «Im Zentralvorstand der SSO ist man ‹mittendrin› bei der Gestaltung des beruflichen Umfelds. Ich setze mich dafür ein, dass die Berufsausübung als Zahnärztin oder Zahnarzt in der Schweiz weiterhin sehr attraktiv bleibt.»
Durch Eptings Wahl in den Zentralvorstand wurde ein Platz frei in der Standeskommission. Gewählt wurde Raymond F. Vogel aus Basel.

Abschied von Marcel Cuendet

Der zurücktretende Marcel Cuendet kann auf eine lange Karriere bei der SSO und der Sektion St. Gallen-Appenzell zurückblicken. Er wurde 2016 in den SSO-Zentralvorstand gewählt, nachdem er bereits früher für sein grosses Engagement als Ehrenmitglied ausgezeichnet wurde. Im Zentralvorstand konnte er die Arbeit weiterführen, die er zuvor als Mitglied der Kommission Praxisteam und als Präsident der Schweizerischen Kommission für Berufsentwicklung und Qualität der Dentalassistentin EFZ (SKBQ DA) begonnen hatte. Darunter fällt vor allem die Totalrevision des Bildungsplans, der ab kommendem August erstmals zum Einsatz kommt. Weitere Projekte, die Marcel Cuendet in seiner Amtszeit erfolgreich begleitet hat, sind die Revision des Einsatzreglements der Prophylaxeassistentin, die Erarbeitung von Ausgleichsmassnahmen für ausländische Dentalassistentinnen in Zusammenarbeit mit dem SBFI und die Zusatzausbildung für extraorales Röntgen. Er freue sich, künftig wieder mehr Zeit für seine Enkelinnen zu haben, sagt Cuendet. Auch eine längere Reise mit dem Camper könnte er sich vorstellen. «Sorgen mache ich mir keine; es wird sicher irgendetwas Spannendes auf mich zukommen.»

Über die weiteren DV-Beschlüsse werden SSO-Mitglieder im «Internum» orientiert.