Wie bereits 2020 fand auch die diesjährige Delegiertenversammlung nicht physisch in Bern statt, sondern wurde auf dem Korrespondenzweg durchgeführt. Der Zentralvorstand entschied sich Anfang März aufgrund der unsicheren pandemischen Lage für diesen Weg. Eine Verschiebung in den Herbst 2021 hätte zur Folge, dass wichtige Geschäfte wie die Genehmigung von Rechnung und Budget, die Entlastung des Zentralvorstands und die Wahlen nicht beschlossen werden könnten. Das würde die Geschäftsführung deutlich erschweren. Mit der schriftlichen Durchführung der Delegiertenversammlung werden die statutarischen Beschlussfassungen und damit der ordentliche Betrieb der SSO sichergestellt. Die Rechte der Stimmberechtigten an der Delegiertenversammlung (namentlich Teilnahme-, Stimm- und Antragsrecht) sind bei der schriftlichen Durchführung gewahrt.

Anpassung an die aktuellen Praxisstrukturen

Wichtigstes Traktandum war eine Statutenänderung zur Revision der Mitgliederkategorien. Nötig wird diese Änderung, weil sich die Zahnmedizin und die Praxisstrukturen in der Schweiz in den letzten Jahren stark weiterentwickelt haben: Junge Zahnärztinnen und Zahnärzte wechseln verhältnismässig häufig die Arbeitsstelle, oder sie arbeiten an mehreren Orten in verschiedenen Kantonen, ein Teil ist auch in Kliniken oder Zentren angestellt. Für sie fehlten bisher überzeugende Lösungen.

Ein weiterer Grund: Bei der Einteilung der Mitgliedschaften stützte sich die SSO bisher auf das Kriterium «fachliche Verantwortung» und das eidgenössische Medizinalberuferegister MedReg. Weder die kantonalen Berufsausübungsbewilligungen noch das MedReg taugen heute noch als verlässliche Referenzen.

In stetigem Austausch mit den Präsidentinnen und Präsidenten der kantonalen SSO-Sektionen hat der Zentralvorstand das Modell ausgearbeitet, das den Delegierten nun vorgelegt wurde.

Neue Kategorie für angestellte Zahnärzte

Neu umfasst die Kategorie Aktivmitglied A nebst Selbstständigerwerbenden auch angestellte Zahnärzte mit Beteiligungs- oder Mitgliedschaftsrechten am Praxisbetrieb oder mit leitender Funktion am Praxisstandort. Die frühere Kategorie B wird unterteilt in B1 und B2. Assistenzzahnärzte sind Mitglied der Kategorie B2 bis längstens zum 6. Jahr ab Diplomjahr, sofern keine Voraussetzung für eine andere Mitgliederkategorie erfüllt ist. Danach wechseln Zahnmediziner, die weiterhin als Angestellte ohne leitende Funktion in einem Praxisbetrieb und ohne Beteiligungs- oder Mitgliedschaftsrechte am Praxisbetrieb arbeiten, in die Kategorie B1. Die Kategorie C umfasst weiterhin all jene Mitglieder, die hauptberuflich an einer Universitätsklinik oder einer anderen öffentlich-rechtlichen Institution arbeiten und nicht B2-Mitglied werden. Nur Aktivmitglieder der Kategorien A, B1 und C, die Mitglied einer kantonalen SSO-Sektion sind, dürfen ihre SSO-Mitgliedschaft öffentlich auskünden.

Mit dem neuen Mitgliedermodell der SSO werden auch die Sektionen gestärkt, weil es für die B-Mitglieder ebenfalls interessant ist, der Sektion beizutreten. B1- und B2-Mitglieder erhalten eine Reduktion auf den SSO-Jahresbeitrag von 100 Franken, wenn sie der Sektion beitreten. Auch die Sektionen sind aber gefordert, attraktive Grundlagen – unter Berücksichtigung der nun angepassten SSO-Statuten – für den Sektionsbeitritt zu schaffen.

Neuerungen im SSO-Weiterbildungs­reglement Prophylaxe-Assistentin SSO

Ein weiteres Traktandum war die Revision des SSO-Weiterbildungsreglements Prophylaxe-Assistentin/-Assistent SSO. Das revidierte Reglement verändert die Weiterbildung zur Prophylaxe-Assistentin nicht inhaltlich. Nach wie vor besteht die Weiterbildung aus einem theoretischen Teil, einem Praktikum und einem Repetitionsmodul. Nebst formalen Änderungen gibt es jedoch zwei Neuerungen, die eine leichte Anpassung des Reglements bedeuten: Die Verfahren zur Anerkennung der Schulen wurden detaillierter festgehalten, und die Berechnung der Abschlussnote wurde vereinfacht. Die Anhänge zum Reglement, die unter anderem das Pflichtenheft des SSO-Beauftragten für die Ausbildung der Prophylaxe-Assistentin und deren Einsatz regeln, wurden noch nicht angepasst. Bis dahin gelten die bisherigen Anhänge.