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Zahnmedizin aktuell

«Die Basis und die Zukunft des Zahnarztberufs»

Julia Amato und Patrick Schmidlin, Präsidentin und Past-Präsident der SSPRE, sprechen über die Ziele der Fachgesellschaft und brechen eine Lanze für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Zahnmedizin; denn «gute Zahnerhaltung ist die beste Prävention gegen Zahnverlust und Peri-Implantitis».

Julia Amato, Sie haben am Kongress der Schweizerischen Gesellschaft für präventive, restaurative und ästhetische Zahnmedizin (SSPRE) das Präsidium von Patrick Schmidlin übernommen. Welche Ziele verfolgt die SSPRE in den nächsten Jahren?

Amato: Wir möchten die bestehenden Mitglieder wieder vermehrt überzeugen, den Kongress zu besuchen, und neue Mitglieder dazugewinnen. Wir hoffen, dadurch die Altersstruktur der Fachgesellschaft verjüngen zu können. Die SSPRE ist vor ­allem unter den Studierenden und den Weiterbildungsassistentinnen und -assistenten wenig bekannt. Das ist schade, denn sie bietet grundlegende und spannende Inhalte für wenig Geld. Wer den Mitgliederbeitrag von 100 Franken bezahlt, erhält eine Vergünstigung von 100 Franken auf die Kongressgebühr.

Welche Neuerungen wurden bereits eingeführt oder sind in ­Planung?

Amato: Da wäre sicher die Winter School zu erwähnen, ein Fortbildungsanlass im Rahmen der SSPRE-Jahrestagung, der sich vor allem an angehende Spezialistinnen und Spezialisten richtet. Die Tagung findet jeweils am Tag vor dem Jahreskongress statt. SSPRE-Mitglieder haben dort die Möglichkeit, sich theoretisch und mit Hands-on-Kursen zu einem Fokusthema des Kongresses fortzubilden. Im Anschluss kann man sich bei Apéro und Nachtessen austauschen. Wir möchten das Zusammensein intensiv pflegen, das wegen der Coronapandemie zu kurz gekommen ist.

Schmidlin: Ein zentrales Projekt ist die Anpassung des Weiterbildungsausweises (WBA) präventive und restaurative Zahnmedizin. Das Programm soll attraktiver gestaltet werden. Ausserdem soll künftig ein Quereinstieg über Curricula und CAS-Programme vereinfacht werden. In Zusammenarbeit mit der Fachgesellschaft und den Universitäten planen wir, abgestimmte Kurse anzubieten, die auch berufsbegleitend einen WBA-Titel ermöglichen.

Präventive und restaurative Zahnmedizin sind Basisinhalte des Zahnmedizinstudiums. Warum sollen Zahnärztinnen und Zahnärzte trotzdem der SSPRE beitreten und sich in diesen Bereichen fort­bilden?

Amato: Im Gegensatz zu Chirurgie, Implantologie oder Endodontologie haben Studierende vielleicht den Eindruck, sie hätten in der präventiven und restaurativen Zahnmedizin keine Defizite. Füllungen legen und Kariesprophylaxe, das sind keine Arbeiten, die man primär mit Fort- und Weiterbildung oder gar mit Spezialisierung verbindet. Aber genau diese Inhalte sind die Basis und die Zukunft unseres Berufs! Wir betreuen bereits heute – und künftig noch viel mehr – junge, gesunde, gut informierte Patientinnen und Patienten. Bei diesen spielt Prävention eine grössere Rolle als Prothetik oder Chirurgie. Und auch die ästhetische Zahnmedizin, die die SSPRE im Namen trägt, wird an Bedeutung gewinnen. Diese Entwicklung zeigt sich in den sozialen Medien.

Schmidlin: Nur, weil man etwas häufig macht, bedeutet das nicht, dass man es gut beherrscht. Insbesondere wenn es um grössere Behandlungen mit ästhetischem Schwerpunkt geht wie anspruchsvolle Bisshebungen oder Frontkorrekturen. Zahnärzte haben eine ethische und medizinische Verantwortung, minimalinvasiv zu behandeln, vor allem junge Patienten. Das ist in der restaurativen Zahnmedizin leider nicht selbst­verständlich. Hier möchten wir einen Gegenpol zu gewissen Trends setzen. Wir vertreten die Position, dass Zahnsubstanzschonung im Rahmen der Prävention und der Zahnerhaltung die beste Massnahme darstellt. Auch die Alterszahnmedizin wird in Zukunft ein zentraler Teil unserer Fachgesellschaft sein, wenn es um die Vermeidung und die Therapie von Karies geht.

Was unterscheidet die SSPRE von anderen Fortbildungsanbietern?

Schmidlin: Es gibt eine grosse Konkurrenz an Fortbildungen, auch Online-Kurse haben stark zugenommen. Die SSPRE verkauft nicht nur Kurse, sondern gestaltet auch das Vereinsleben und setzt sich dafür ein, dass die präventive, restaurative und ästhetische Zahnmedizin in einem verantwortungsvollen Kontext gelehrt werden. Das betrifft etwa 80 Prozent der Arbeiten, die in einer Zahnarztpraxis anfallen. Dies wollen wir wertschätzen, pflegen und unterstützen!

Save the date: Der nächste SSPRE-Kongress findet am Samstag, 12. November 2022, in Basel statt. Das Motto lautet: Better Smile – ästhetisch und minimalinvasiv. Die Winter School ist für den Tag ­zuvor, Freitag, 11. November 2022, angesetzt.

www.sspre.ch

10.01.2022

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