Viele kranke und beeinträchtigte Menschen sind durch ihre Krankheit stark eingeschränkt oder belastet. Umso mehr gilt es wertzuschätzen, dass viele der Betroffenen arbeiten und sich sozial engagieren. Die Spezialauswertung der Daten des Schweizer Haushalt-Panels der Jahre 2016, 2017 und 2018 liefert hierzu wichtige Erkenntnisse. Im Jahr 2018 gab rund ein Drittel der Befragten ab 15 Jahren an, eine chronische Krankheit oder ein gesundheitliches Problem zu haben, das schon länger andauert. Gut die Hälfte dieser Personen arbeiten oder sind in einer Ausbildung, ein weiteres Drittel ist bereits im Pensionsalter und bezieht Rente. Die Zahlen zeigen auch, dass die Menschen trotz Krankheit aktiv am Sozialleben teilnehmen.

Über 50 Prozent der Befragten mit einer chronischen Krankheit engagieren sich in einer Gruppe, einem Verein oder einer anderen Organisation. Die Zahlen aus dem Jahr 2016 weisen zudem darauf hin, dass rund 30 Prozent freiwillige Arbeit leisten für Personen, die nicht in ihrem Haushalt leben. Dazu zählen zum Beispiel Kinder hüten, Nachbarschaftshilfe oder Fahrservice.

Soziale Unterstützung hat positiven Einfluss auf die wahrgenommene Gesundheit

Das Aufrechterhalten von Freundschaften und die alltäglichen Kontakte mit Bekannten, Arbeitskolleginnen und -kollegen oder Nachbarn bedeuten Normalität. Bei einer Krankheit oder Beeinträchtigung ist diese Normalität oft ein Bedürfnis und gerade in besonders schwierigen Situationen hilfreich. Auch für Kinder mit einer Krankheit oder Beeinträchtigung ist es wichtig, dass sie trotz der Krankheit Kind sein dürfen und beispielsweise mit anderen Kindern spielen können. Die Zahlen des Haushalt-Panels lassen folgende Schlussfolgerungen zu: Eine Erkrankung schränkt zwar die Alltagsaktivitäten ein und reduziert die Lebensqualität, aber mit sozialer Unterstützung kann hier entgegengesteuert werden, und der Effekt wird vermindert.

Tag der Kranken

Der «Tag der Kranken» hat seinen festen Platz im Jahresgeschehen der Schweiz. Tausende werden sich am 1. März mit Konzerten, mit Besuchs- und Geschenkaktionen in Spitälern und Heimen sowie mit Predigten und Solidaritätsveranstaltungen beteiligen. Dieses Jahr zum Motto: «Ich bin mehr als meine Krankheit( en)». Hinter dem Tag steht der gleichnamige Trägerverein, der die Bevölkerung einmal pro Jahr sensibilisieren will zu einem Thema aus dem Bereich «Gesundheit und Krankheit». Ziel ist es, Gesunde und Kranke zusammenzubringen und der Vereinsamung kranker Menschen entgegenzuwirken. Weiter soll das Engagement der Tausenden Menschen gewürdigt werden, die sich regelmässig für kranke und beeinträchtigte Menschen einsetzen.