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Zahnpflege im Alter

  • 19.07.2017
  • Gute Mundgesundheit vermindert Sturzrisiko

    Stürze sind eine grosse Gefahr für alte Menschen. Jeder fünfte bis zehnte Sturz führt zu Verletzungen. Und jeder zweite Mensch im hohen Lebensalter, der wegen eines Sturzes stationär behandelt wird, stirbt innerhalb eines Jahres. Häufige Ursache eines Sturzes ist die allgemeine Gebrechlichkeit im Alter. Wie diese aufgehalten werden kann, haben Forscher am japanischen National Institute of Public Health in einer Meta-Studie untersucht. Dabei kamen sie zu einem überraschenden Ergebnis: Eine gute Mundgesundheit fördert die körperliche Leistungsfähigkeit.

    Fehlernährung und erhöhtes Sturzrisiko

    Dass eine schlechte Mundgesundheit die allgemeine Gesundheit beeinflussen und beispielsweise das Risiko für eine Lungenentzündung steigern kann, ist bekannt. Die japanische Studie zeigt nun weitere Zusammenhänge zwischen Mundgesundheit und Gesundheit im Alter. Einerseits leidet bei betagten Menschen mit schlechter Okklusion oder mit einer unpassenden Prothese die Kaufähigkeit. Als Folge nehmen sie vermehrt weiche, süsse Nahrung zu sich. Es droht ein Mangel von Ballaststoffen und Spurenelementen, welche die Gebrechlichkeit fördern.

    Andererseits gelangen bei kräftigen Kaubewegungen Nervenimpulse aus dem Zahnfleisch, den Gelenken und den Muskeln über den Nervus trigeminus zum Gehirn. Es sei denkbar, so die japanischen Forscher, dass diese Impulse auch die muskuläre Kontrolle in anderen Bereichen des Körpers beeinflussen. Eine frühere japanische Langzeitstudie mit 1763 über 65-jährigen Senioren zeigte jedenfalls, dass Menschen mit weniger als 20 Zähnen signifikant häufiger stürzten als Betagte mit mehr als 20 Zähnen. Trugen die teilbezahnten Heimbewohner eine Prothese, verringerte sich das Sturzrisiko deutlich.

    Beeinflusst die Mundgesundheit eine aufkommende Demenz

    Die japanische Forschergruppe präsentierte einen weiteren, überraschenden Befund zum Zusammenhang von Mundgesundheit und Gedächtnis: Ein eingeschränktes Kauvermögen bei älteren Personen ist meistens mit verminderten kognitiven Funktionen verbunden. Demnach ist eine Kauschwäche ein Risikofaktor für Gedächtnisstörungen oder gar Demenz.

    Angesichts dieser Resultate ist es um so wichtiger, die Bemühungen um eine regelmässige Mundhygiene und zahnärztliche Kontrolle bei alten Menschen zu fördern. Die SSO hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensqualität von alten pflegebedürftigen Menschen durch eine gute Mundhygiene zu verbessern und verstärkt ihre Prophylaxe-Bemühungen in der Zielgruppe der Senioren.
     
    Quelle: Berner Zeitung


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