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Zahnseide

  • 08.08.2016
  • Schweizer Zahnmediziner bleiben dabei: Zahnseide nützt gegen Karies

    Viele Menschen benutzen Zahnseide täglich, genau so selbstverständlich wie die Zahnbürste. Auch Zahnärzte und Dentalhygieniker empfehlen Zahnseide, um die Zahnzwischenräume zu reinigen. So könne die Entstehung von Zahnbelag und Karies verhindert werden.

    Die amerikanische Gesundheitsbehörde hat kürzlich die Empfehlung für den regelmässigen Gebrauch von Zahnseide gestrichen. Seither wurde in den USA über den Nutzen von Zahnseide heftig diskutiert. Klarheit schaffte die Nachrichtenagentur AP. Journalisten untersuchten 25 wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit von Zahnseide und kamen zu einem überraschenden Schluss: Die Studien können den positiven Effekt von Zahnseide nicht zuverlässig zeigen.

    Die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO empfiehlt weiterhin, die Zahnzwischenräume mit einem separaten Hilfsmittel zu reinigen. Denn die Zahnbürste kommt an diese Stellen nicht ran. Laut Prof. Dr. Adrian Lussi, Leiter der Klinik für Zahnerhaltung, Präventiv- und Kinderzahnmedizin an der Universität Bern, sind in vielen Fällen Interdentalbürstchen der Zahnseide vorzuzuziehen, weil sie das Zahnfleisch weniger verletzen. Bei besonders engen Zahnzwischenräume kommt jedoch das Interdentalbürstchen nicht weit. Hier bleibt die Zahnseide die einzige Möglichkeit.
    Dr. Christoph Senn vom Vorstand der SSO bestätigt diese Aussagen und ergänzt, dass auch das Alter eine Rolle spiele. Bei älteren Menschen seien Zahnzwischenräume tendenziell offener als bei jüngeren. Vor allem in fortgeschrittenem Alter lasse sich deshalb das Interdentalbürstchen gut einsetzen.
     
    Es gibt tatsächlich Situationen, in denen die Zahnseide versagt: zum Beispiel bei konkaven Einbuchtungen im Zahn, über die die Zahnseide hinwegfährt. Dies bildet aber eine Ausnahme und ist kein Grund völlig auf Zahnseide zu verzichten. Viel wichtiger ist es, sie richtig anzuwenden: Es nützt wenig, mit der Zahnseide in die Mitte des Zahnzwischenraums hinabzufahren; vielmehr sollte man sich jeden Zahn einzeln vornehmen und mit dem Faden den Zahn entlangfahren. Dabei dürfe man auch vorsichtig unters Zahnfleisch vordringen, denn viele Bakterien sammeln sich gerade dort an, so Prof. Adrian Lussi.
     
    Die nötige Sorgfalt und Gründlichkeit vorausgesetzt ist es also weniger von Bedeutung, mit welchem Hilfsmittel man die Zahnzwischenräume reinigt, als dass man es überhaupt tut. Bei der Wahl der individuell optimalen Reinigungstechnik und -hilfsmittel lässt man sich am besten vom Zahnarzt, der Dentalhygienikerin oder der Prophylaxeassistentin beraten.


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